René Goscinny dürfte vielen von euch als Autor der Asterix-Comics ein Begriff sein – aber sein Schaffen war (trotz seines frühen Todes mit nur 51 Jahren) noch deutlich vielseitiger. Aus Anlass seines 100. Geburtstages am morgigen 14. August beleuchtet Kristin Franz für euch einige Facetten seines Lebens und Wirkens.
1. „Die X, die Römer!“ Als Texter der Asterix-Comics legte René Goscinny den Figuren Sätze in den Mund, die große Berühmtheit erlangten und teilweise auch Eingang in die Alltagssprache fanden – so auch dieser Ausdruck, den Obelix immer dann benutzt, wenn das Handeln seiner Kontrahenten (meist eben der Römer) auf sein Unverständnis stößt. Für welches wenig schmeichelhafte Verb steht X?
2. Zwar wurde Goscinny in Paris geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er aber in einer Metropole am Rio de la Plata, in der heute über 3 Millionen Menschen wohnen. Welche Stadt, die interessanterweise manchmal auch das Paris Südamerikas genannt wird, war in seiner Jugend Goscinnys Lebensmittelpunkt?
3. Eine weitere Lebensstation Goscinnys war New York. Dort traf er Harvey Kurtzman, der ihm die Gelegenheit gab, Kinderbücher zu kolorieren, wodurch er weitere Kontakte für seinen Karriereweg knüpfen konnte. Kurtzman seinerseits gründete 1952 mit William Maxwell Gaines welches bis heute existierende US-Satiremagazin? Den Coverboy des Magazins, Alfred E. Neumann, habt ihr sicher alle schon gesehen.
4. Ebenfalls bereits in den USA lernte Goscinny den belgischen Comiczeichner Morris kennen und arbeitete mit ihm ab 1955 an einer sehr bekannten und beliebten Comicreihe. Dabei entstanden u. a. die Alben Die Daltons brechen aus oder Die Erbschaft von Rantanplan. Vielleicht löst ihr diese Quizfrage schneller als euer eigener Schatten: Welche Comicreihe bzw. welcher Comicheld ist hier gesucht?
5. Für die nun gesuchte prima Kinderbuchreihe zeichnete Jean-Jacques Sempé, während Goscinny wie so oft die Texte lieferte. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der Alltagserlebnisse u. a. aus der Schule und von zuhause erzählt. Die Reihe, von der es auch eine Zeichentrickserie gab, gilt als eine der ersten, die die Welt aus kindlicher Sicht vermittelt. Goscinnys Tochter Anne verwaltet noch heute die Rechte der Serie. Wie heißt die Kinderbuchreihe?
6. Isnogud ist eine bis heute erscheinende Comicreihe, deren erster Autor ebenfalls Goscinny war. Der namensgebende Isnogud will im mittelalterlichen Bagdad Kalif werden und wendet dabei die ein oder andere List an. Welches Amt aber hat Isnogud inne? In Ländern wie Usbekistan, Iran und Afghanistan bezeichnet es heute einen Minister, historisch war es in vielen islamischen Ländern der zweite Mann im Staate. Viele von euch kennen den Begriff ohne den ersten Namensbestandteil sicher aus dem alten Ägypten, wo das gesuchte Amt den höchsten Beamten und ebenfalls zweiten Mann im Staate bezeichnete.
7. 1964 war Goscinny am Drehbuch des Films X und die blauen Orangen beteiligt. Hierbei handelte es sich jedoch nicht um einen verfilmten Comic von Hergé, sondern um einen Realfilm mit echten menschlichen und tierischen Darstellern. Wofür steht X? Im Deutschen ist ein dreiteiliger Begriff gesucht, im französischen ein Wort mit sechs Buchstaben.
8. Nach René Goscinnys Tod 1977 erschienen posthum noch zwei Asterix-Bände, deren Texte er verfasst hatte. 1980 dann kam mit Der große Graben der erste Band heraus, dessen Texte ein anderer Autor verfasste hatte. Dieser Autor (1927–2020) wirkte auch ansonsten stark an der Erstellung der Asterix-Bände mit und gab die Autorenschaft erst sieben Jahre vor seinem Tod an Jean-Yves Ferri ab. Wer ist gesucht?
9. Um sowohl in kreativer als auch wirtschaftlicher Sicht die Kontrolle über ihre Werke zu behalten, gründeten die Asterix-Väter 1974 ein eigenes Animationsstudio, in dem unter anderem der Film Asterix erobert Rom entstand. Schon kurz nach Goscinnys Tod wurde das Studio jedoch wieder geschlossen. Nach welcher Figur aus der Asterix-Welt, die Obelix so gut wie nie von der Seite weicht, war das Studio benannt?
10. Beim bedeutendsten Comicfestival Europas wird seit 1988 der beste Szenarist bzw. die beste Szenaristin mit dem René-Goscinny-Preis ausgezeichnet. In welcher als „Stadt des Comics“ bezeichneten Stadt in Nouvelle-Aquitaine findet jeden Januar das „Festival International de la Bande Dessinée“ statt?