10 am Donnerstag - 23.04.2026 10 der Woche - April 2026

23.04.2026 00:27

Den 23. April feiert man sowohl als Welttag des Buches als auch als Tag des deutschen Bieres. Zwei Dinge, die wohl kaum irgendwo eine so perfekte Symbiose eingehen wie im Quizwesen. Aus diesem Grund feiern auch wir heute gleich beides auf einmal: Viel Spaß und prost mit Frank Zöllners Fragen zum Thema „Bier in der Literatur“!

1. „Brot legte sie ihm vor, Bier setzte sie ihm vor, (aber Enkidu aß das Brot nicht, er schaut und guckt.) Brot zu essen hatte er nicht gelernt, und Bier zu trinken verstand Enkidu nicht. Da sprach die Dirne zu Enkidu: ‚Iss das Brot, Enkidu, das die Menschen brauchen, trink vom Bier, wie es Brauch ist im Lande.‘“ Schon in einem der ältesten uns heute bekannten literarischen Texten finden wir Bier – bzw. ein Getränk, das unserer Vorstellung davon nahe kommt – erwähnt. Bier trinken zu lernen markiert hier den Übergang Enkidus von der rohen Natur, der er entstammt, in die zivilisierte Gesellschaft. Wie lautet der Name des gesuchten Epos’? Enkidu ist der Freund der namensgebenden Hauptfigur und begleitet ihn auf zahlreichen Abenteuern.

2. Im dritten Schuljahr ist es endlich soweit! Die jungen Zauberschüler dürfen erstmals Hogwarts allein verlassen und das nahegelegene Dorf Hogsmeade besuchen. Hier befindet sich neben dem Scherzartikelladen Zonkos und dem Süßigkeitengeschäft Honigtopf auch das Gasthaus Drei Besen, in dem die jungen Zauberer und Hexen ein unter ihnen äußerst beliebtes Getränk verzehren. Ein moderater Konsum ist für junge Zauberer trotz des Namens vollkommen unbedenklich, auf Hauselfen hat das gesuchte Getränke jedoch ein sehr berauschende Wirkung. Welchem Getränk begegnen wir erstmals im Roman Harry Potter und der Gefangene von Askaban?

3. Apropos Jugendliteratur: Der Figur Bruno Taschenbier treffen die Leser erstmals in welchem Roman? Wer nur die Reihe nennt, bekommt den Punkt aber auch.

4. „Die erste Pflicht der Musensöhne / Ist, daß man sich ans Bier gewöhne.“ Diese Verse stammen aus der Geschichte Bilder zur Jobsiade welches humoristischen Dichters und Malers des 19. Jahrhunderts? Im fünften Kapitel, das mit obigen Versen beginnt, begleiten wir den Protagonisten Hieronymus Jobs an die Universität für ein Theologiestudium, dem wie auch allen anderen Projekten kein allzu erfolgreicher Ausgang beschert ist. Es ist zu vermuten, dass die beiden bekanntesten Figuren des gesuchten Autors noch kein Bier getrunken haben und dennoch genug Flausen im Kopf hatten.

5. „Ist Gerst' und Hopfen gut gerathen, / Bleibt gut und billig auch das Bier. / Gott segne stets das Baierland, / Drin man das beste Bier erfand!“, lauten die letzten Verse des Gedichtes Salvator-Bier. Verfasst hat es ein hier ungenannt bleibender Dichter des 19. Jahrhunderts, den wir ansonsten vor allem als Autor welches bekannten Liedes kennen, das 1952 Gegenstand eines Briefwechsels zwischen Bundespräsident Heuss und Bundeskanzler Adenauer war? (Fakt am Rande: Auch dieses hatte der Autor ursprünglich unter anderem als Trinklied konzipiert, wobei in der ursprünglichen vollständigen Fassung allerdings kein Bier, sondern Wein erwähnt wird.)

6. „Sei mir gegrüßt, du Held im Schaumgelock, / Streitbarer Männer Sieger, edler Bock!“ Diese Zeilen finden sich in einer nicht ganz ernstgemeinten Ode welches „Lieblingsautors der Deutschen“ im 19. Jahrhundert? Die Ode preist das Bockbier und vor allem die bayerische Wirtshauskultur („So hat auf München nie ein Herz verzichtet, / Das je hinabgetaucht in deinen Strom. / So rasche Wurzeln hier geschlagen hätt' ich / Nie ohne dich und deinen Freund, den Rettig.“). Der Verfasser begann seine literarische Karriere in München aufgrund der Förderung durch Maximilian II. Neben zahlreichen Novellen verfasste er auch Romane (u. a. Kinder der Welt), Dramen (u. a. Colberg)und Gedichte. Der Verfasser wird später der erste deutsche Literaturnobelpreisträger werden, der ihn für sein literarisches Werk und nicht für sein wissenschaftliches erhielt.

7. „Du, laß dich nicht verhärten / in dieser harten Zeit. / Die allzu hart sind, brechen, / die allzu spitz sind, stechen / und brechen ab sogleich.“ Das ist die erste Strophe des Gedichtes Ermutigung, das zu den berühmtesten welches Liedermachers und Lyrikers gehört? Ob er so böse ist, dass kleine Kinder vor ihm Angst haben sollten, sei dahingestellt – aber den Bezug zum Thema dieses Sets werdet ihr ganz bestimmt finden.

8. Bier ist in der Literatur jedoch nicht nur positiv besetzt. Mit ihm ist auch die Figur des Trinkers verbunden. Einer der bekanntesten ist vermutlich Henry „Hank“ Chinaski. Wie auch sein Schöpfer möchte Hank Schriftsteller werden. Im Roman Das Liebesleben der Hyäne heißt es: „Ich hatte eine Heidenangst und trank mehr den je. Ich wollte meinen ersten Roman schreiben. Nacht für Nacht saß ich an der Schreibmaschine und trank dabei jedesmal einen halben Liter Whisky und zwei Sechserpackungen Bier. Ich rauchte billige Zigarren und tippte und trank bis zum frühen Morgen und hörte klassische Musik aus dem Radio.“ Wer schuf mit Hank Chinaski eine Figur, die auffällig viele Gemeinsamkeiten mit ihm selbst aufweist?

9. Henry Chinaski gelingt es letztlich doch irgendwie sein durch Alkoholsucht geprägtes Leben zu ordnen. Für Erwin Sommer, der Hauptfigur des Romans Der Trinker, verläuft es jedoch tragisch. „Strelitz, 6. 9. 44. Ich habe natürlich nicht immer getrunken, es ist sogar nicht sehr lange her, dass ich mit Trinken angefangen habe. Früher ekelte ich mich vor Alkohol; allenfalls trank ich mal ein Glas Bier; Wein schmeckte mir sauer, und der Geruch von Schnaps machte mich krank.“ So setzt der Roman in Form eines Tagebuchs ein und die Leserin ahnt schon: Das geht nicht gut aus. Die Hauptfigur rutscht aufgrund verschiedener kleiner Rückschläge ins Trinken ab und findet sich am Ende nach einem Mordversuch an seiner Frau in einer Heil- und Pflegeanstalt wieder. Dieses Schicksal teilt er übrigens mit seinem Autor. Wer schrieb den Roman?

10. Die New Holland Brewing braut mit dem Mad Hatter ein Bier, das nach einer Figur aus welchem literarischen Werk benannt ist?

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