EQC 2013 in Liverpool

25.02.2017 23:43 - Vanessa Engelhardt

Die 10. Quizeuropameisterschaft (European Quizzing Championships) 2013 fand vom 1. bis 3. November in Liverpool statt. Mit insgesamt 203 registrierten Teilnehmern wurde dabei ein neuer Rekord aufgestellt. Aus Deutschland machten sich dieses Jahr neun Quizzer auf den Weg nach Nordengland.

Nationencup und Aspirational Cup

In der Qualifikationsrunde zum Nationencup schaffte es die deutsche Nationalmannschaft dieses Jahr, bei 16 teilnehmenden Nationen einen hervorragenden 5. Platz zu belegen. Die punktgleichen Estland hatten das Stechen um den vierten Platz gewonnen. Der Rückstand auf die drittplatzierten Norweger hatte lediglich einen Punkt betragen. Der vierte Platz hätte die Qualifikation für die Finalrunde um die ersten vier Plätze und ein Halbfinale gegen die am Ende siegreichen Engländer bedeutet. Somit musste sich die deutsche Nationalmannschaft mit der Finalrunde um die Plätze 5 bis 8 begnügen. Erster Gegner hier war die Mannschaft Frankreichs, die das knappe Spiel mit 60:52 für sich entscheiden konnte. Das anschließende Spiel um den siebten Platz gegen Wales ging danach ebenfalls verloren (60:40), so dass das deutsche Team am Ende den 8. Platz belegte.
Im Halbfinale konnten sich die favorisierten Teams aus England (67:56 gegen Estland) und Belgien (63:58 gegen Norwegen) dieses Jahr durchsetzen, so dass es zum ersten Mal seit 2010 wieder zu einem Finale zwischen den beiden Teams kam, die sich von 2004 bis 2010 in jedem Jahr im Finale gegenübergestanden hatten. Die Engländer hatten hier das bessere Ende für sich und konnten sich durch ein deutliches 99:69 ihren insgesamt sechsten Europameistertitel sichern. Den dritten Platz belegte Norwegen nach einem 56:39 gegen Estland.

Die Endergebnisse der Nationenwertung:

 

Platz

Land

Platzierung in der Qualifikationsrunde

Punkte in der Qualifikationsrunde

1.

England

1.

80

2.

Belgien

2.

80

3.

Norwegen

3.

74

4.

Estland

4.

73

5.

Finnland

6.

67

6.

Frankreich

8.

63

7.

Wales

7.

63

8.

Deutschland

5.

73

9.

Schottland

9.

60

10.

Dänemark

10.

59

11.

Niederlande

11.

55

12.

Irland

12.

54

13.

Rumänien

13.

43

14.

Italien

14.

40

15.

Ungarn

15.

40

16.

Portugal

16.

36

 

Die deutschen Teilnehmer, die nicht in der Nationalmannschaft spielten, nahmen im parallel mit denselben Fragen ausgetragenen Aspirational Cup teil. Andy Östreich, Rudi Mewes und Thorsten Zirkel konnten gemeinsam mit dem Dänen Esben Christensen als Team Deutsch-Dänische Freundschaft hierbei mit 43 Punkten bei 31 Teams den 23. Platz belegen.

Einzelmeisterschaft

Im Einzelquiz reichte es für Holger Waldenberger nach seiner beeindruckenden Leistung aus dem Vorjahr nicht ganz zur Titelverteidigung. Nach den ersten hundert Fragen lag er zusammen mit sechs weiteren Quizzern auf Platz 9, scheiterte aber im Stechen um einen Platz für die zehn Teilnehmer an der Finalrunde. Den Europameistertitel sicherte sich der Belgier Ronny Swiggers vor seinem Landsmann Nico Pattyn und dem Engländer Jesse Honey.
Zweitbester deutscher Teilnehmer war Sebastian Jacoby vor Sebastian Klussmann.

 

Die Einzelergebnisse im Überblick:

 

Platz

Name

Land

Punkte ohne Finalrunde

Punkte inkl. Finalrunde

1.

Ronny Swiggers

BEL
 

80

100

2.

Nico Pattyn

BEL

73

93

3.

Jesse Honey

ENG

72

90

3.

Bernard Kreps

BEL

72

90

5.

Ove Põder

EST

69

85

5.

Stein Olav Bjortomt

ENG

65

85

7.

Pat Gibson

ENG

70

84

8.

Tom Trogh

BEL

70

82

9.

Ole Martin Halck

NOR

67

79

10.

Lars van Moer

BEL

65

77

 

 

 

 

 

(9.)

Holger Waldenberger

GER

65
 

 

44.

Sebastian Jacoby

GER

54

 

53.

Sebastian Klussmann

GER

52

 

85.

Manuel Hobiger

GER

47

 

109.

Thorsten Zirkel

GER

43

 

140.

Rudi Mewes

GER

37

 

176.

Andy Östreich

GER

27

 

185.

Eva Weingart

GER

20

 

185.

Hartmut Drebing

GER

20

 

Doppelmeisterschaft

Im Doppelquiz konnten sich wie in den drei Vorjahren erneut die Engländer Kevin Ashman und Pat Gibson durchsetzen (77 von 100 möglichen Punkten). Auf dem zweiten Platz landete das Paar aus dem Esten Igor Habal und dem US-Amerikaner Mark Ryder (75 Punkte), das als nicht komplett europäisches Doppel jedoch nicht in die Wertung für die Europameisterschaft einging. Dort ging der zweite Platz an die Engländer David Stainer und Stein Olav Bjortomt (72 Punkte), gefolgt vom finnischen Doppel aus Tero Kalliolevo und Jussi Suvanto (71 Punkte).
Holger Waldenberger belegte im Doppel mit der Kroatin Dorjana Sirola den achten Platz (65 Punkte). Die weiteren Teams mit deutscher Beteiligung landeten bei 89 teilnehmenden Paaren auf den Plätzen 39 (Sebastian Jacoby und Sebastian Klussmann; 48 Punkte), 57 (Manuel Hobiger und Thorsten Zirkel; 40 Punkte), 74 (Andy Östreich und Rudi Mewes; 36 Punkte) und 86 (Eva Weingart und Hartmut Drebing; 28 Punkte).

Teamquiz

Das Teamquiz gewann dieses Jahr mit 75 von 100 möglichen Punkten das englische Team Milhous Warriors (mit Kevin Ashman, Pat Gibson, Sean O'Neill und Tim Westcott). Zweiter wurde JFGI (Tero Kalliolevo, FIN, Jussi Suvanto, FIN, Ove Põder, EST, und Tauno Vahter, EST; 73 Punkte), den dritten Platz belegte das belgische Team Clockwork (Tom Trogh, Bart Parmentier, Erik Derycke, Marnix Baes; 71 Punkte).

 

Teams mit deutscher Beteiligung landeten bei 45 teilnehmenden Teams auf folgenden Plätzen:

 

5.

Europalia

(Holger Waldenberger, Dorjana Sirola, HRV, Derk de Graaf, NLD, Thomas Kolåsæter, NOR)

11.

Quadruple Threat

(Sebastian Klussmann, Igor Habal, EST, Lorcan Duff, IRL, Mark Ryder, USA)

27.

French-German Batallion

(Sebastian Jacoby, Rudi Mewes, Andy Östreich und Benjamin Gruget, FRA)

34.

No Mersey

(Manuel Hobiger, Thorsten Zirkel, Jêrome Vachet, FRA, Michel Kupiec, FRA)

38.

Eternal Optimists

(Hartmut Drebing, Eva Weingart, Galen Chung, SCO, Mugge Petersen, DNK)

Masters

Dieses Jahr gab es zudem mit dem Masters-Turnier einen neuen Wettbewerb, an dem insgesamt 24 Quizzer teil nahmen. Für Deutschland waren Holger Waldenberger als Europameister 2012 sowie Manuel Hobiger als amtierender Deutscher Meister qualifiziert.


Beim Masters spielen jeweils zwei Quizzer gegeneinander, die jeweils 15 Sekunden Zeit haben, eine gestellte Frage schriftlich zu beantworten. Für eine richtige Antwort gibt es jeweils einen Punkt, jedoch hat jeder Spieler je einen silbernen und goldenen Joker, die zwei bzw. drei Punkte für eine korrekte Antwort geben, falls der Gegner falsch antwortet. In Vorrunde und Achtelfinale geht ein Spiel bis 11 Punkte bzw. bis alle 16 Fragen gestellt wurden. In Viertel- und Halbfinale werden 13 Gewinnpunkte benötigt, im Finale 15. Somit ist dieses Quizformat auch für Zuschauer attraktiv.

Für Manuel Hobiger war nach drei zu erwartenden Niederlagen gegen die Topquizzer Kevin Ashman, Tom Trogh und Thomas Kolåsæter bereits in der Vorrunde Schluss.
Holger Waldenberger konnte sich durch zwei Siege gegen Ed Toutant (USA) und Leslie Shannon (FIN) bei einer Niederlage gegen Igor Habal den zweiten Platz in seiner Vorrundengruppe sichern. Im Achtelfinale schaltete er dann Tom Trogh aus (11:6), musste sich im Viertelfinale jedoch dem Belgier Bernard Kreps knapp geschlagen geben (8:7).
Sieger im Masters wurde letztendlich Nico Pattyn durch einen 12:11-Erfolg in einem packenden Endspiel gegen Pat Gibson.